Face to Face Fundraising in Deutschland
Face-to-Face Fundraising ist eine direkte Form der Ansprache: Menschen werden persönlich über die Arbeit einer gemeinnützigen Organisation informiert und können vor Ort entscheiden, ob sie diese Arbeit regelmäßig unterstützen möchten.
Kurze Geschichte
Die heute verbreitete Form entwickelte sich in den 1990er-Jahren. Als wichtiger Ausgangspunkt gilt Greenpeace Österreich: Dort wurde Mitte der 1990er-Jahre das sogenannte Direct-Dialogue-Fundraising auf der Straße erprobt und anschließend international ausgebaut. In diesem Umfeld entstanden spezialisierte Fundraising-Agenturen, darunter DialogDirect. Im deutschsprachigen Raum zählen heute unter anderem DialogDirect und talk2move zu den bekannten größeren Agenturen.
Was bedeutet Face-to-Face Fundraising?
Gemeint sind vor allem zwei Formen: Door-to-Door Fundraising, also Gespräche an der Haustür, und Straßenfundraising, also Gespräche an Infoständen oder im öffentlichen Raum. In beiden Fällen geht es darum, Interessierte persönlich zu informieren, Fragen direkt zu beantworten und langfristige Fördermitgliedschaften zu gewinnen.
Fundraiserinnen und Fundraiser können entweder über eine externe Agentur arbeiten oder direkt von der gemeinnützigen Organisation eingesetzt werden. Wenn eine Organisation ihre Kampagnen selbst plant, steuert und durchführt, spricht man von In-House Fundraising.
Im Rahmen der Initiative Mentale Gesundheit Deutschland setzen wir ausschließlich auf In-House Fundraising oder arbeiten mit selbstständigen Fundraisern zusammen. Die operative Planung und Durchführung liegt immer direkt bei uns. So stellen wir sicher, dass Förderer korrekt informiert werden, Rückfragen sauber beantwortet werden und unsere Fundraiser von Anfang an eng in unsere Themen und Qualitätsstandards eingebunden sind.
Wer arbeitet als Fundraiser?
Fundraiserinnen und Fundraiser sind im Door-to-Door-Bereich und im Straßenfundraising häufig Studierende oder junge Berufstätige, die der Tätigkeit nebenberuflich, in den Semesterferien oder für einen begrenzten Zeitraum nachgehen. Hauptberufliche Fundraiser gibt es ebenfalls, sie sind im klassischen Face-to-Face-Bereich jedoch seltener.
Die Tätigkeit ist kommunikativ und vertrieblich geprägt. Fundraiser werden darauf vorbereitet, Menschen freundlich anzusprechen, ein Projekt verständlich zu erklären, Einwände einzuordnen und Fördermitgliedschaften korrekt abzuschließen. In der Branche finden Schulungen häufig sehr kompakt statt, teilweise direkt zum Kampagnenstart.
Gerade deshalb ist es uns wichtig, unsere Fundraiser selbst einzuarbeiten: nicht nur mit Gesprächsleitfäden, sondern mit einem echten Verständnis für unsere gemeinnützige Arbeit.
Kosten und Vergütung
Face-to-Face Fundraising verursacht Kosten, bevor eine Fördermitgliedschaft langfristig Wirkung entfalten kann. Dazu gehören Vergütung, Schulung, Material, Verwaltung, Unterkunft und Transport. Bei agenturgestützten Kampagnen kommen zusätzlich Gebühren oder Provisionen für die Fundraising-Agentur hinzu.
Die Vergütungsmodelle unterscheiden sich je nach Anbieter und Kampagne. In agenturgestützten Modellen können Fundraiser neben einem Grundgehalt auch erfolgsabhängige Bestandteile erhalten, etwa einen festen Betrag pro Abschluss oder einen Anteil am ersten Jahresbeitrag. Auch die Agentur selbst erhält häufig eine leistungsbezogene Vergütung.
In der Praxis können dadurch die ersten eineinhalb bis zwei Jahresbeiträge einer neu abgeschlossenen Fördermitgliedschaft für die Finanzierung der Fundraising-Kampagne verwendet werden.
Wenn Sie im Rahmen der Initiative Mentale Gesundheit Deutschland eine Fördermitgliedschaft abgeschlossen haben, werden die Kosten der Fundraising-Aktion in der Regel aus dem ersten Jahresbeitrag getragen. Darunter fallen unter anderem Unterkunft, Transport, Materialien, technische und administrative Gebühren, die Vergütung der Fundraiser sowie die Verwaltung der Fördermitgliedschaft.
Warum wir In-House Fundraising einsetzen
Wir setzen auf In-House Fundraising, weil wir die persönliche Ansprache als verantwortungsvolle Aufgabe verstehen. Wer über mentale Gesundheit spricht, muss sorgfältig, respektvoll und gut informiert auftreten. Durch die eigene operative Planung behalten wir die Kontrolle über Inhalte, Schulung, Qualität und Nachbereitung.
Ein weiterer Vorteil ist die Mittelverwendung: Da bei unserem Modell keine zusätzlichen Agenturgebühren anfallen, ist In-House Fundraising im Umgang mit Spendengeldern in der Regel effizienter als vollständig ausgelagerte Kampagnen. Gleichzeitig ermöglicht uns die persönliche Ansprache, Förderer transparent zu informieren, Missverständnisse zu vermeiden und Menschen langfristig für die Arbeit der Initiative Mentale Gesundheit Deutschland zu gewinnen.